IKARUS 2011

Raudau | Foto: Christian Brachwitz 
Raudau | Foto: Christian Brachwitz
So lonely | Foto: David Baltzer 
So lonely | Foto: David Baltzer
 

Den IKARUS 2011 für die beste Inszenierung für Kinder erhält "Radau!" vom THEATER AN DER PARKAUE.

Den IKARUS 2011 für die beste Inszenierung für Jugendliche erhält "So lonely" vom GRIPS Theater

Am 29. Oktober 2011 fand die feierliche Preisverleihung in Anwesenheit der Staatssekretärin für Bildung, Jugend und Familie, Claudia Zinke, im THEATER AN DER PARKAUE statt.

Bereits zum zweiten Mal in Folge hat die IKARUS-Jury den Theaterpreis gleich doppelt vergeben: „Radau!“ vom THEATER AN DER PARKAUE  wurde als beste Inszenierung für Kinder prämiert, „So lonely“ vom GRIPS Theater erhielt den Preis als beste Inszenierung für Jugendliche.

Dazu Doris Weber-Seifert, Geschäftsführerin des JugendKulturService und Mitglied der Jury: „Diese Inszenierungen sind sehr unterschiedlich und beide auf einem absolut hohen Niveau. Deswegen haben wir uns dazu entschieden, auch in diesem Jahr den Preis doppelt zu vergeben. Die gelungene theatralische Ansprache an junge Kinder gestaltet sich ganz anders, als die an Jugendliche und junge Erwachsene. Deswegen sind die beiden Stücke nicht miteinander zu vergleichen und haben dennoch beide diesen Theaterpreis verdient.“

Aus den Begründungen der Jury:
„Radau!“ | THEATER AN DER PARKAUE: „Vor den Augen und Ohren der Zuschauer entsteht ein rasantes Hör- und Theatererlebnis, das mit hohem Tempo und viel Witz dem Publikum Konzentration abfordert, es aber auch unentwegt durch intelligente, einfallsreiche und unterhaltsame Art belohnt.“

„So lonely“ | GRIPS Theater: „Mit großem Verständnis für die Ängste und Sehnsüchte Jugendlicher wird hier Theater betrieben, das zu jeder Zeit seine Figuren ernst und in Schutz nimmt und doch die nötige Leichtigkeit im Spiel nie vermissen lässt.“

IKARUS 2011: Nominierungen und Preisträger

Gänsefüßchen | Theater Couturier | ab 2 Jahre

Foto: D. Berger 
Foto: D. Berger

Ein WasserT.Raum mit Live-Musik für Kinder. Wer ein Gänsekind findet, hat alle Hände voll zu tun: Versorgen, beschützen, Futter finden, Nest bauen. Da muss Wasser her, damit es schwimmen kann: es plitscht und platscht, es paddelt und taucht, und schon geht das Küken auf Entdeckungsreise.

Mal schaut es fasziniert einem Schmetterling nach, mal entdeckt es wilde Kräuter am Rande des Teiches und lässt sich von deren Duft verzaubern. Mal wecken die anderen Teichbewohner sein Interesse. Beschützen ist gar nicht so einfach – wo ist es denn jetzt schon wieder?

Kokon | Theater o.N.| ab 2 Jahre

Foto: Theater o.N. 
Foto: Theater o.N.

Was brauchen wir eigentlich zum Wachsen? Licht und Liebe. Schlaf und Nahrung. Und vielleicht auch eine Portion Rücksichtslosigkeit, einen unbedingten Willen zum Leben.

Die Schauspielerin Minouche Petrusch und der Musiker Karlo Hackenberger nehmen die kleinen Zuschauer auf eine Reise mit: von den Anfängen über verschiedene Phasen der Verwandlung zu Entfaltung und Freiheit. Wo wir schutzlos scheinen, kann uns ein Panzer helfen. Doch er macht uns unbeweglich. Werfen wir ihn ab, sind wir leicht und frei. Doch wir werden auch verletzlich. Wie kann ich stark sein und trotzdem weich? Gefäß und Bewegung zugleich? Die Spielerin probiert es aus. Die Kinder werden zu Komplizen in ihrem Spiel mit den Möglichkeiten des Hierseins.

Lichterloh - Ein Licht-Spiel für Kinder. | Koproduktion von united puppets und THEATER AN DER PARKAUE | ab 3 Jahre

Foto: Christian Brachwitz 
Foto: Christian Brachwitz

Als die Sonne schlafen gehen will, trifft sie auf den Mond. Was für ein Augenblick! Neugierig und scheu, vorsichtig und forsch umkreisen sie einander. Und verwandeln die Lichter der Nacht in funkelnde Welten.

Im Theater ist zunächst alles zappenduster. Wenn das Licht angeht, beginnt das Spiel. Was passiert, wenn das Licht selbst Hauptfigur ist? Was kann es außer an- und ausgehen? Es verselbstständigt sich, geht spazieren, wird zum Punkt, ergießt sich, zerfällt in viele kleine Lichter, die sich im Raum verteilen, geht ums Eck und kommt als etwas anderes wieder.

Krach im Bällebad | GRIPS THEATER | ab 5 Jahre

Foto: David Baltzer 
Foto: David Baltzer

Ein Mädchen – ein Junge: Während die Eltern einkaufen, treffen die beiden im Kinderparadies eines Kaufhauses aufeinander. Aber wie miteinander spielen, wenn man nicht dieselbe Sprache spricht? Alle Annäherungsversuche scheitern und es knallt gewaltig: Sie baut ein Puppen-Traumschloss, er schießt es mit seinem Fußball kaputt. Eine Welt wird eingerissen, eine neue ausprobiert und die Geschichte beginnt von vorn: Ein Junge – ein Mädchen, zwei im Paradies...

KRACH IM BÄLLEBAD ist vordergründig ein Theaterstück über das Thema Geschlechterrollen im frühesten Kindesalter, im wesentlichen aber eine Versuchsanordnung: Was passiert, wenn zwei durch Geschlecht und Sprache einander fremde kleine Menschen aufeinander treffen? Wie können sie es schaffen, den miteinander konkurrierenden Bedürfnissen nach Abgrenzung und gemeinsamem Erleben gleichermaßen gerecht zu werden? Wie kann der Wunsch, gesehen zu werden, mit der Notwendigkeit, den anderen zu sehen, gekoppelt werden?

Mein Großvater war ein Kirschbaum | united puppets | ab 6 Jahre

Foto: Mario Hohmann 
Foto: Mario Hohmann

Eine italienische Erzählung vom Wachsen und der Vergänglichkeit, der Begegnung von Kindheit und Alter und natürlich von Felice, dem Kirschbaum, den Großvater Ottaviano zur Geburt von Toninos Mutter gepflanzt hatte und der zum Mittelpunkt seines und des Großvaters Leben wird. Eine faszinierende Mischung aus Puppen- und Schauspiel zeigt die ebenso konfliktreiche wie liebevolle Begegnung dreier Generationen unter einem Baum. Die Zuschauer erleben eine Familiengeschichte, die als spannende Rückschau des Enkels Tonino lebendig wird. Die generationsübergreifende Aufführung ist ein einfühlsames Stück über die Begegnung von Kindheit und Alter.

Konferenz der Tiere | ATZE Musiktheater | ab 7 Jahre

Foto: Joerg Metzner 
Foto: Joerg Metzner

Es geht um unsere Zukunft und die Zukunft der Kinder" lautet das Motto der Konferenz der Tiere, die von Elefant Oskar, Löwe Alois und Giraffe Leopatra angesichts der zunehmenden Umweltzerstörung einberufen wird. Als auch die 87. Konferenz der Staatspräsidenten ohne Ergebnis bleibt, beschließen die Tiere eine Reihe von Aktionen, um die Politiker ein für alle Mal zu zwingen, für eine friedliche, umweltfreundliche und kindgerechte Welt einzutreten. Denn während die versammelten Vierbeiner die Zeichen der Zeit erkennen, lässt sich mit Löwe Oskar über die Zweibeiner nur ein vernichtendes Urteil fällen: „Irren ist menschlich!“

Radau! | THEATER AN DER PARKAUE | ab 7 Jahre

Foto: Christian Brachwitz 
Foto: Christian Brachwitz

Kasperl hat schlechte Laune. Seppel hat ihm die Polizei auf den Hals gejagt, seine Frau schickt ihn in den Fischladen, obwohl man vor Nebel fast nichts sieht und die Schiffe im Hafen tuten so laut, dass einem die Ohren zerreißen möchten. Als er dann vom Rundfunkreporter Maulschmidt vors Mikrofon gezerrt wird, ist das Maß voll. Übers Radio macht sich Kasperl Luft, er beschimpft Seppel mit einem ungebremsten Wortschwall. Der Sender ruft die Polizei, Kasperl flieht und eine rasante Verfolgungsjagd beginnt. Der Rest der Geschichte ist ein einziger Aufruhr, "ein Krachen, da kommt man nicht gegen auf": Es hagelt Ohrfeigen, im Zoo brüllt der Löwe gegen eine Horde kreischender Kinder an, auf dem Jahrmarkt dröhnen Schießbudenlärm und ein lauthals jammernder Chinese. Überall ist Polizei, sind Straßenbahnen, Schiffe, Lokomotiven und am Schluss eine gewaltige Explosion. Kurz: Radau!

Arabqueen | Heimathafen Neukölln | ab 14 Jahre

Foto: Verena Edel 
Foto: Verena Edel

Mariam führt ein Doppelleben: Zu Hause die folgsame Tochter strenger muslimischer Eltern. Auf der Straße die selbstbewusste ArabQueen, die mit ihrer Freundin Lena tanzen geht und sich andere kleine Freiheiten erschleicht. Als ihre Eltern eine Ehe für sie arrangieren wollen, steht Mariam vor einer Entscheidung, die ihr ganzes weiteres Leben bestimmen wird.

Die Journalistin Güner Balci schildert anhand der (wahren) Geschichte Mariams die Zerreißprobe, vor der viele junge muslimische Frauen in Deutschland stehen: der Tradition zu folgen oder sich von ihrer Familie zu emanzipieren – mit allen Konsequenzen. Mit „ArabQueen“ greift  der Heimathafen Neukölln ein weiteres brisantes Thema auf.

Spaaaß | THEATER STRAHL | ab 14 Jahre

Foto: Joerg Metzner
Foto: Joerg Metzner

Die Klasse wartet auf den Sportlehrer. Es wird geplaudert: über  Schuhmarken und wer mit wem. Als der Lehrer auftaucht, hat ein Schüler  bunte Spangen im Haar – voll komisch!

FREEZE! Der Moderator unterbricht das Spiel. Die ZuschauerInnen befragen die Figuren zu ihren Motiven, geben Handlungstipps. Dann startet die Szene mit erweitertem Blick auf die Ereignisse neu; denn in der Zwischenzeit waren wir bei Simon zu Hause und in Miras Zukunft. Nun wieder die Gegenwart: Turnen bei Reimann. Handstand, abrollen, Strecksprung! Und immer ist Elias der „Trottel“, erntet Gelächter, Hohn und Spott. Anfangs wird „nur“ gelästert, langsam eskalieren die Übergriffe bis hin zur offenen Schikane.

Mit den Mitteln des Improvisations- und Forumtheaters wird eine Laborsituation geschaffen, in der das Publikum gruppendynamische Prozesse untersucht und im Austausch mit den SchauspielerInnen alternative Lösungsstrategien umsetzt.

So Lonely | GRIPS THEATER | ab 15 Jahre

Foto: David Baltzer 
Foto: David Baltzer

Es ist Samstagabend; ein 16jähriger Junge sitzt allein vor einer Reihe von Erinnerungsstücken, neben ihm ein schweigendes Telefon. Station für Station lässt der Junge die Geschichte seiner unglücklichen Liebe zu dem rothaarigen Mädchen Ann-Kathrin Revue passieren. In der Nachschau überprüft er seine Gefühle: War alles nur ein Missverständnis? Eins nach dem anderen zerstört er all die Symbole, die ihn mit ihr verbinden: eine Busfahrkarte, ein Buch, ein Bettlaken... zuletzt wäre sein Leben an der Reihe, aber ein Klingeln des Telefons könnte ihn retten. Das Theaterstück erzählt eine Geschichte voll seliger Erfahrungen und schmerzhafter Missverständnisse, ein Geschichte, so grundsätzlich und glücklich, so schmerzhaft und prägend, wie nur die Geschichte einer ersten Liebe sein kann.

VERRÜCKTES BLUT | Ballhaus Naunynstraße | Von Nurkan Erpulat und Jens Hilje, frei nach dem Film La Journée da la Jupe (Drehbuch und Regie: Jean-Paul Lilienfeld), Regie: Nurkan Erpulat

Die Pressetexte sowie Bildmaterial zur den IKARUS-Festwochen und den Preisverleihungen finden Sie in unserem Pressebereich