IKARUS 2012

Frau Holle | Foto: Joerg Metzner 
Frau Holle | Foto: Joerg Metzner
Weißbrotmusik | Foto: GRIPS Theater 
Weißbrotmusik | Foto: GRIPS Theater
 

Den IKARUS 2012 für die beste Inszenierung für Kinder erhält "Frau Holle" vom ATZE Musiktheater.

Den IKARUS 2012 für die beste Inszenierung für Jugendliche erhält "Weißbrotmusik" vom THEATER STRAHL als Koproduktion mit dem bat Studiotheater in Kooperation mit der UdK Berlin.

Am 18. September wurde der IKARUS - der Berliner Theaterpreis für herausragende Inszenierungen von Berliner Theatern für Kinder und Jugendliche im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung im ATZE Musiktheater im Wedding verliehen.

Kein Geringerer als der Schirmherr, der Schauspieler Axel Prahl, überreichte zusammen mit der Staatssekretärin für Jugend und Familie, Sigrid Klebba, und Doris Weber-Seifert, Geschäftsführerin vom JugendKulturService, die Preise. Die IKARUS-Jury zeichnete wie bereits in die beiden Jahren zuvor jeweils eine Inszenierung für Kinder und eine für Jugendliche aus.

Foto: Kay Herschelmann 
Foto: Kay Herschelmann

Dazu Doris Weber-Seifert, Geschäftsführerin des JugendKulturService und Mitglied der Jury: „Diese beiden Inszenierungen sprechen altersspezifisch ihr Publikum auf eine sehr intensive Art und Weise an. In „Frau Holle“ begeistert die konsequent ruhige und träumerische Neufassung dieses altbekannten Märchens mit der Abkehr von klarem Schwarz und Weiß und dem Mut zu einem Happy End. Und „Weißbrotmusik“ überschreitet auf einmalige Weise die Grenzen von Realität und Fiktion und konfrontiert so die Zuschauer auf beeindruckende Art, ohne sie am Ende allein zu lassen.“

Nach der Preisverleihung wurden beide Stücke in Sondervorstellungen aufgeführt.

Foto: Kay Herschelmann 
Foto: Kay Herschelmann

Aus den Begründungen der Jury: Frau Holle / ATZE Musiktheater: „Mit einem ausgeprägten Gespür für märchenhafte Atmosphäre und unterstützt von drei sehr präzise agierenden Schauspielerinnen, inszeniert Kay Dietrich in seinem Regiedebut dieses bekannte Märchen […]. Atmosphärisch dicht, klug erzählt und einfach zauberhaft!“
Die Laudatio, gehalten von Frau Alice Ströver (PDF, 24 KB)

Foto: Kay Herschelmann 
Foto: Kay Herschelmann

Weißbrotmusik / THEATER STRAHL: „Die Inszenierung zeigt, ohne in Schutz zu nehmen. […] Dem jugendlichen Publikum werden Überraschungen und Herausforderungen zugemutet, ihm wird jedoch auch, und das ist vor allem wichtig, zugehört.“
Die Laudatio, gehalten von Axel Prahl (PDF, 30 KB)

IKARUS 2012: Nominierungen und Preisträger

Der Grüffelo | HANS WURST NACHFAHREN | ab 3 Jahre | nach den Geschichten „Der Grüffelo“ und „Das Grüffelokind“

Foto: Dieter Bühler 
Foto: Dieter Bühler

Die HANS WURST NACHFAHREN haben in Kooperation mit dem Scharoun-Ensemble eine vertonte Puppenspiel-Version der beliebten Grüffelo-Monstergeschichte erarbeitet. Die Kompositionen von Iris ter Schiphorst lassen die jungen Zuschauer in eine Waldatmosphäre eintauchen, die, angefüllt von allerlei Tiergeräuschen, auch immer wieder ins Unheimliche abdriftet und den Waldspaziergang der kleinen Maus zu einem wahren Abenteuer werden lässt. Die einzelnen Puppen, vor allem die Maus und der Grüffelo, sind sehr nah an den Illustrationen Axel Schefflers gehalten und auch der Text hält sich an die sparsam eingesetzten Reime des Original-Kinderbuches.

Frau Holle | ATZE Musiktheater | ab 5 Jahre

Foto: Joerg Metzner 
Foto: Joerg Metzner

Das ATZE Musiktheater präsentiert Frau Holle in einer sehr zeitgenössischen Fassung, die dem Märchen seine Grausamkeit und Schwarz-Weiß-Malerei nimmt und durch einen Appell an Empathie und Lernfähigkeit ersetzt. Der Alltag der beiden so unterschiedlichen Maries und ihrer allein erziehenden Mutter besteht im Wesentlichen aus Arbeiten, Aufräumen, Kartoffelschälen und einem hastig hinunter geschlungenen Abendessen.

Auf engstem Raum, nämlich einem multifunktionalen Kommode-Tisch-Herd, vollführen die drei Schauspielerinnen bei jedem Ortswechsel eine kleine Choreografie, um nicht aufeinander zu treten. Die drei sind perfekt eingespielt und viele Worte werden in dieser hart arbeitenden Familie nicht gewechselt. Auf die knappen Anweisungen ihrer gestressten Mutter reagieren die beiden Schwestern auf ihre je eigene Art und Weise.

mutige Prinzessin Glücklos | Theater Ozelot | ab 7 Jahre

Foto: Theater Ozelot 
Foto: Theater Ozelot

Dieses Märchen beginnt außerordentlich unglücklich für seine Protagonistin Prinzessin Glücklos. Nicht nur hat ihr Vater den Krieg gegen das benachbarte Königreich verloren, was zur Folge hat, dass sie mit ihrer Mutter und den sechs Schwestern fliehen muss. Eine alte Hellseherin erzählt der verzweifelten Mutter, dass ihre jüngste Tochter an der misslichen Lage der Familie schuld sei, weshalb die Mutter sie wegschicken müsse. Gesagt, getan. Doch egal, wohin die Prinzessin kommt und wer versucht, ihr zu helfen, immer wird sie von ihrem bösen Schicksal verfolgt. Es tritt auf in der Nacht, in Gestalt einer hässlichen, geifernden Hexe und verwüstet alles, was Glücklos und ihren Helfern lieb und teuer ist. So muss sie verzweifelt weiterziehen. Schließlich kommt sie zur weisen Francesca, die eine grandiose Idee hat, wie man diesem missgünstigen und bösartigen Schicksal beikommen könnte.

Die besseren Wälder | GRIPS Theater | ab 12 Jahre

Foto: David Baltzer 
Foto: David Baltzer

Jämmerlich fiepend und halb erfroren liegt der junge Wolf Ferdinand im Schnee, als ihn Frauke und Wanja, ein kinderloses Schafspaar, auffinden und beschließen, ihn aufzunehmen und den anderen Schafen als Lamm zu präsentieren. Einen Wolfswelpen als Lamm aufziehen? Ferdinand wächst also als der sprichwörtliche Wolf im Schafspelz auf. Er ist perfekt assimiliert, seine Herkunft wie ausradiert. Als jedoch seine erste Liebe Melanie bei einem verbotenen Ausflug ums Leben kommt und Ferdinand seinen ersten Kampf mit einem Wolf besteht, beginnt seine bisherige Welt und Identität zu bröckeln. Nicht nur wird er von der Herde als entlarvter Fremder verstoßen, sondern er beginnt auch, an sich und seiner Identität zu zweifeln.

The Call | Platypus Theater | ab 12 Jahre

Foto: Joerg Metzner 
Foto: Joerg Metzner

Joe ist siebzehn und steht kurz vor dem Schulabschluss. „Was willst du denn mal werden?“, fragen ihn nicht nur seine Eltern, sondern auch seine Lehrer und Mitschüler. Während seine Freundin Cathy überlegt, ein Jahr lang zu reisen und die Welt zu sehen und sein bester Freund Mark noch nicht genau weiß, wohin es ihn zieht, zeigt sich Joe an einer ganz anderen Karriere interessiert. Aufgewachsen in einer streng katholischen Familie und fasziniert vom charismatischen Priester Father Stone, beschließt Joe, die Probezeit des Noviziates zu beginnen, sehr zum Entsetzen und Unverständnis seiner Freunde. In seiner Zeit im Kloster lernt Joe viele neue Leute und auch sich selbst besser kennen und findet nach eingehender Prüfung für sich heraus, dass er doch lieber ein weltliches Leben führen möchte.

Weißbrotmusik | Nick Hartnagel/bat/THEATER STRAHL | ab 15 Jahre

Foto: Dennis Kummer 
Foto: Dennis Kummer

Aaron und Sedat sind beste Freunde. Sedat ist mit Nurit zusammen und sie bekommt ein Kind von ihm, ungeplant und unerwartet. Als sie sich entscheidet, es zu behalten, fühlt sich Sedat unter Druck gesetzt. Sie ist zu jung, er will sie nicht heiraten. Vielleicht sollte er in die Türkei auswandern? Und dann gibt es auch noch Spannungen zwischen ihm und seinem besten Freund. Am Ende steht eine Schlägerei und Nurit alleine da. Marianna Salzmanns Stück, 2009 ausgezeichnet mit dem österreichischen exil-Dramatikerinnenpreis, ist im Anschluss an die Diskussionen um die so genannten „Münchener-U-Bahn-Schläger“ entstanden – als zwei junge Männer mit migrantischem Hintergrund einen Rentner in der U-Bahn krankenhausreif schlugen.

Die Pressetexte sowie Bildmaterial zur den IKARUS-Festwochen und den Preisverleihungen finden Sie in unserem Pressebereich

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