IKARUS 2013

Foto: Kay Herschelmann 
Foto: Kay Herschelmann
R O S E S – einsam.gemeinsam. | Foto: Joerg Metzner 
R O S E S – einsam.gemeinsam. | Foto: Joerg Metzner
 

Der IKARUS 2013 geht an die Inszenierung „R O S E S – einsam.gemeinsam“

In einer festlichen Preisverleihung in der Akademie der Künste wurde am Samstagabend der IKARUS 2013 – der Berliner Theaterpreis für herausragendes Kinder und Jugendtheater des JugendKulturService – verliehen.

Aus den fünf Nominierungen wählte die Jury das Tanztheater „R O S E S – einsam.gemeinsam.“ vom THEATER STRAHL in Kooperation mit der holländischen Tanzcompagnie DE DANSERS und SZENE BUNTE WÄHNE (Österreich).

Erstmalig ist der Preis mit 5.000 EUR dotiert und erhält somit neben der in der Berliner Kinder- und Jugendtheaterszene seit Jahren anerkannten Prestigeträchtigkeit eine weitere wichtige Bedeutung zur Anerkennung von herausragenden Leistungen im Bereich des Berliner Kinder- und Jugendtheaters.

Axel Prahl, Schirmherr, Schauspieler und zweifacher Adolf-Grimme-Preisträger mit Gold überreichte zusammen mit der Geschäftsführerin des JugendKulturService Doris Weber-Seifert den Preis. Anschließend wurden dem glücklichen Gewinner-Ensemble das Preisgeld durch das Stifter-Ehepaar Rosemarie und Armin Stapel symbolisch übergeben.

Dazu Doris Weber-Seifert: „Die Dotierung des IKARUS ist neben der Ehre für geleistete Kunstwerke eine wichtige Aufwertung. Sie fördert nicht nur die in diesem Jahr ausgezeichnete Inszenierung, sondern fordert auch zukunftsweisend dazu auf, qualitativ hochwertige und künstlerische Wagnisse für das junge Publikum unserer Stadt zu entwickeln und umzusetzen. Mein Dank gilt ganz besonders dem großen Engagement der Joachim und Anita Stapel Stiftung und den weiteren vielen Spenderinnen und Spendern. Ohne sie wäre die Summe von 5.000 EUR nicht zustande gekommen. Damit sind wir unserem Ziel einen weiteren Schritt näher gekommen, den IKARUS als wichtigen Preis in der Berliner Theaterlandschaft zu verankern und das IKARUS-Festival als einen zentralen Treffpunkt der Berliner Kinder- und Jugendtheaterszene zu etablieren.“

Aus der Begründung der Jury: „Ein Lob für das Risiko, reines Tanztheater für Jugendliche anzubieten und gleich mit der ersten Produktion ein so dramatisches Thema anzugehen. […] Schöner hat man das Einsam-und-gemeinsam-Agieren selten gesehen, so aufregend wird Jugendlichen nicht häufig vermittelt, wie es sich anfühlen mag, zu kämpfen und dennoch verlieren zu müssen. Und das ganz ohne Worte.“

Foto: Kay Herschelmann 
Foto: Kay Herschelmann

DER IKARUS-Preis

Der IKARUS wird seit 2002 vom JugendKulturService als Auszeichnung für herausragende Berliner Theaterinszenierungen für Kinder und Jugendliche vergeben. Der IKARUS möchte auf außergewöhnliche Inszenierungen aufmerksam machen, die den Theaterbesuchern besonders empfohlen werden. Nominierungen und Preisträger des IKARUS werden von einer unabhängigen Jury entschieden und ist 2013 erstmals mit 5.000 € dotiert.

Die Joachim und Anita Stapel Stiftung stiftet die Hälfte des IKARUS-Preisgeldes, die zweite Hälfte wurde bei Bürgerinnen und Bürgern in einer Spendenaktion eingeworben. Sie alle setzen damit ein deutliches Zeichen: Applaus und Anerkennung für diese künstlerische Qualität.

 
 


ist Medienpartner vom IKARUS-Festival 2013

 
 

IKARUS 2013: Nominierungen und Preisträger

aneinander - vorbei | eine Ensembleproduktion für die Allerkleinsten | GRIPS Theater | ab 2 Jahre | in Koproduktion mit Dschungel Wien | mit freundlicher Unterstützung von GASAG.

Foto: David Baltzer 
Foto: David Baltzer

Was klopft da nur? Wo kommt das her? Am Anfang der Stückentwicklung „aneinander – vorbei“ sehen die Zuschauer in eine Landschaft aus Kartons und Rohren aus Pappe. Nah am Geschehen sitzen sie auf drei Seiten mit auf der Bühne. Allmählich geraten die Dinge in Bewegung. Ein Mann und eine Frau stürzen sich hinein ins Vergnügen und probieren aus, was sich alles mit Kartons anstellen lässt. Sie räumen, stapeln und klettern. Sie sprechen hinein und kriechen hindurch. Sie schicken Murmeln durch Rohre oder den eigenen Blick. Immer wieder ist etwas Neues zu entdecken, schließlich auch ein Musiker und ein Schlagzeug, der die beiden Schauspieler mit Geräuschen, Rhythmen und Atmosphären musikalisch begleitet. Der Mann und die Frau spielen, experimentieren, probieren und konkurrieren miteinander. Sie schlüpfen in Rollen und zeigen Alltagssituationen, die zumeist die unterschiedliche Zeitwahrnehmung von Kindern und Erwachsenen thematisieren.

Ein episodenhafter Vormittag aus fröhlichen Quatschsequenzen, kleinen Experimenten und kurzen Erzählszenen für die kleinsten Zuschauer.

Weiße Wäsche | Weiße WäscheTheater o.N. | ab 2 Jahre

Foto: David Buchholz
Foto: David Buchholz

Es ist Waschtag. Der Wäschehaufen wackelt und ein Fuß lugt hervor und langsam schält sich eine Frau heraus. Ein Mann betrachtet sie voller Neugierde und miteinander und aneinander entdecken sie Bewegungen, Geräusche und Spielmöglichkeiten: Hände klopfen und schleifen, Füße trippeln und stampfen. Es entspinnt sich ein Finger-Tanz die Beine hoch und hin und her über die beiden Körper im wahnwitzigen Sauseschritt. Wäscheleine, Klammern, Klamotten werden gefunden, verdreht, benutzt und bespielt.

Regisseur Taki Papaconstantinou erzählt diese Geschichte mit spielerischer Leichtigkeit: Die beiden Spieler tasten sich wie heranwachsende Kinder durch die vorhandenen Materialien und ihre Umgebung hindurch bis hin zum Wahrnehmen und Kennenlernen des anderen. Vielleicht werden sie ein Paar – sie haben jedenfalls jede Menge weiterer Spielideen ...

NACHTGEKNISTER | Theater an der Parkaue | ab 7 Jahre | von Mike Kenny, aus dem Englischen von Andreas Jandl

Christian Brachwitz 
Christian Brachwitz

Wenn Mutter abends ins Café arbeiten geht, erzählt Marie ihrem kleinen Bruder François Geschichten, am liebsten gruselige. Ein unbedachtes Wort der Mutter gibt ihrer auf Hochtouren laufenden Phantasie das Stichwort für die Geschichte der Menschenfresser, die auf dem Jahrmarkt Kinder einfangen. François will das unbedingt hören – und hält es doch kaum aus – und genüsslich dirigiert Marie die Angstlust ihres kleinen Bruders. Auch die Bühne gehorcht Marie und eröffnet unheimliche Orte, Klänge und Zerrbilder der Realität.

Das beachtliche Regiedebüt von Laura Kallenbach hält das Stück in einem spannenden Wechselspiel von Gruselig-Unbekanntem und Bekannt-Vertrautem und schafft eine höchst anregende – aber niemals angsteinflößende – Atmosphäre. Marie kann den Bruder die Abgründe des Furchterregenden lehren, ihn aber auch jederzeit wieder retten – wer die Geschichte erzählt, hat die Macht.

DIE DREI RÄUBER | Weites Theater | ab 4 Jahre | nach dem gleichnamigen Buch von Tomi Ungerer

Foto: ????? 
Foto: ?????

Die drei Räuber haben nur eines im Sinn: Kutschen überfallen und mit ihren großen Waffen Angst und Schrecken verbreiten. Eines Tages finden sie in einer Kutsche statt Gold und Edelsteinen ein kleines Waisenmädchen, das sie mit in ihre Höhle nehmen. Die Herausforderung der Betreuung eines kleinen Mädchens und ihre ständigen Fragen bringen die Kerle auf ganz neue Gedanken. Warum man wohl Geld und Schätze anhäuft, wenn man gar nicht weiß, was man damit machen will. Oder ob eine Lösegeld-Erpressung das Richtige ist, wenn man das Kind eigentlich gar nicht mehr loswerden will...

Martin Karl hält die vier Puppen ständig in Bewegung und zeigt auf der kleinen Bühne mit Waldschluchten und Räuberburg, wie die drei von ihren stereotypen Räubersprüchen zu liebevollen Gesprächen mit der Kleinen kommen und fast nebenbei zu einer Idee für einen spektakulären Berufswechsel.

R O S E S einsam. gemeinsam. | Tanztheater | ab 13 Jahre | Theater Strahl in Kooperation mit De Dansers (Utrecht/NL) und Szene Bunte Wähne (Horn/AT)

Foto: Joerg Metzner 
Foto: Joerg Metzner

Theater Strahl wagt mit neuen Kooperationspartnern aus den Niederlanden (De Dansers) den Schritt hin zum reinen Tanztheater und nähert sich der Geschichte der Widerstandsgruppe um die Geschwister Scholl von ungewöhnlicher Seite: Ausgehend von Briefen und Tagebuchaufzeichnungen macht die Choreographin Wies Merkx mit 7 Tänzern/innen und Life Musik die Anziehungs- und die Zugkräfte sichtbar, die auf die Gruppe in ihrem Kampf einwirken. Einander stützend sind sie von außen geschubst, von schweren Lasten beladen. Sie ringen um ihre Vision, bauen etwas auf, straucheln und stürzen – dies alles in einer expressiven, vielseitigen Formensprache, in welcher vermeintlich alltägliche Bewegungselemente urplötzlich eine hochkünstlerische Wucht entfalten.

Der Versuch, ein schwieriges Thema – den Einsatz aller Kräfte gegen ein Unrechtsregime – nonverbal zu präsentieren, und dies für ein Publikum ab 13, geht auf.

Die Pressetexte sowie Bildmaterial zur den IKARUS-Festwochen und den Preisverleihungen finden Sie in unserem Pressebereich

Der JugendKulturService dankt der Joachim und Anita Stapel Stiftung für ihr Engagement beim IKARUS.

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