IKARUS 2010

Foto: Klaus Zinnecker 
Foto: Klaus Zinnecker
Foto: Matthias Heyde
Foto: Matthias Heyde
 

Den IKARUS 2010 für die beste Inszenierung für Kinder erhält „Rotkäppchen“ vom Theater auf der Zitadelle.

Den IKARUS 2010 für die beste Inszenierung für Jugendliche erhält „Stadt der Hunde“ von der Neuköllner Oper, komponiert von Sinem Altan.

Am 8.10.2010 wurde im Rahmen einer Festveranstaltung im ATZE-Musiktheater der IKARUS 2010 vergeben. Dabei prämierte die Jury erstmalig seit Bestehen dieser Auszeichnung zwei Inszenierungen: Der Preis geht zu gleichen Teilen an das Figurentheater „Rotkäppchen“ von Daniel Wagner vom Theater auf der Zitadelle und an die von Sinem Altan komponierte Oper „Stadt der Hunde“ von der Neuköllner Oper.

In Anwesenheit der Staatssekretärin für Bildung, Jugend und Familie, Claudia Zinke, zeichnete die Jury die beiden Inszenierungen als besonders herausragende Berliner Theaterwerke für Kinder und Jugendliche aus.

Dazu Doris Weber-Seifert, Geschäftsführerin des JugendKulturService und Mitglied der Jury: „Aus der Sicht der Jury und in ihrem Selbstverständnis wäre eine Entscheidung für nur ein Stück schwer zu rechtfertigen gewesen. Daher haben wir uns für dieses Novum entschieden, da beide Inszenierungen gleichwertig mit einem überaus hohen künstlerischen Niveau aufwarten können, in sich konsequent schlüssig sind und die Figuren quasi aus sich selbst heraus leben.“

Foto: Kay Herschelmann 
Foto: Kay Herschelmann

In ihrem Grußwort betonte Staatssekretärin Zinke: "Berlin kann stolz sein, dass seine Kinder- und Jugendtheaterszene mit rund 100 Theatern die wahrscheinlich größte im Deutschsprachigen Raum ist. Nun besagen Zahlen nicht immer viel. Hier jedoch können wir das ganze Jahr hinweg beobachten, welche guten und teilweise sogar hervorragenden Leistungen diese Theater für die kulturelle Bildung der jungen und heranwachsenden Generationen in Berlin und somit für die ganze Stadt erbringen. [...] Eine wichtige Maßnahme ist in diesem Sinne die Besucherförderung des JugendKulturService für Gruppen Berliner Kitas und allgemeinbildender Schulen, die von meiner Senatsverwaltung finanziell gefördert wird. Die jungen Besucher sollen durch diese finanzielle Unterstützung die Chance erhalten, so früh wie möglich mit dem Theater Bekanntschaft zu machen. Das Ungewöhnliche außerhalb ihres realen Lebensraumes regt die Phantasie an, das Theatralische öffnet andere Sichten. Turbulentes und Geheimnisvolles neben Spaß und Freude eröffnen so eine neue Erlebniswelt, die für die geistige und emotionale Entwicklung wichtige Impulse gibt. Kinder, die frühzeitig das Theater kennen lernen, die Theaterwelt erfahren, werden dieser zauberhaften Welt auch als Heranwachsende und letztendlich als Erwachsene verbunden bleiben."

Doris Weber-Seifert | Foto: Kay Herschelmann 
Doris Weber-Seifert | Foto: Kay Herschelmann

In der Spielsaison von September 2009 bis Mai 2010 wurden aus den 52 Theaterpremieren und Neuzinszenierungen für Kinder und Jugendliche 8 Nominierungen und schließlich die beiden Preisträger ermittelt. Das Jurymitglied Ann-Christine Simke stellte zunächst die Nominierungen vor, bevor Gerhard Drexel, ebenfalls Mitglied der Jury, die Laudatio (PDF, 37 KB) für die beiden Stücke sprach.

Aus den Begründungen der Jury:
„Rotkäppchen“ | Theater auf der Zitadelle für Kinder ab 5 Jahren
„Mit diesem Rotkäppchen-Stück nutzt Daniel Wagner einmal mehr sein reiches Potenzial an Witz, Spielideen und fantasievollen Erzählweisen […]. Auf Diese Weise entsteht ein sehr dichtes Spiel voller Spaß und Ironie, aber auch Grusel, Kitsch und großen Gefühlen, das sowohl kleine als auch große Zuschauer in jeder Sekunde fordert und unterhält.“

„Stadt der Hunde“ | Neuköllner Oper für Jugendliche ab 14 Jahren
„Mit der Darstellung dreier Hunde, die der Zufall zusammenführt, wird ein kleiner Kosmos menschlicher Verhaltensweisen aufgezeigt. […] Ihre Lebensschicksale, ihre Annäherungen, ihre Aggressionen, ihr Misstrauen und ihr menschlich-hündisches Versagen reflektieren nicht zuletzt die Situation vieler Jugendlicher […].

IKARUS 2010: Nominierungen und Preisträger

Ayla, Alis Tochter | ATZE Musiktheater | ab 13 Jahre

Foto: Joerg Metzner 
Foto: Joerg Metzner

Ayla verliebt sich in ihren deutschen Mitschüler Jasper. Als ihre Eltern Verdacht schöpfen, bestellen sie ihren großen Bruder Murat als Aufpasser. Doch dieser verliebt sich in Aylas beste Freundin Sara. Diese Konstellation setzt eine Reihe von Ereignissen in Gang, die sich dramatisch zuspitzen.

Dürfen Türken Deutsche lieben? Gibt es die Möglichkeit einer freien Entscheidung und eine Lösung ohne Gewalt?

Die Drachenprobe | Fliegendes Theater | ab 6-10 Jahre

Foto: Fliegendes Theater 
Foto: Fliegendes Theater

In dem Märchen geht es um eine Stadt, die von einem Drachen bedroht wird. Die Bewohner müssen dem Untier jedes Jahr ein Mädchen opfern, damit es sie in Ruhe lässt. In diesem Jahr fordert es die Tochter des Königs. Um die Prinzessin zu retten, wird sie schließlich demjenigen versprochen, der den Drachen  tötet. Die Aufführung geht wie eine Theaterprobe vor sich. Anhand des Märchens erleben die Zuschauer, wie Figuren entstehen, wie sie sprechen lernen  und einen Charakter bekommen. Die Kinder können aus mehreren Königen einen auswählen.  Sie erleben, wie die Szenen der Geschichte auf der Bühne umgesetzt werden,  und sie werden auf verschiedene Weise ins Spiel einbezogen.

Big Deal? | Grips Theater | ab 14 Jahre

Foto: GRIPS Theater 
Foto: GRIPS Theater

Drogen sollten legal sein und Kiffen ist nicht gefährlicher als Alkohol – das findet jedenfalls Jan, der auf einer Party von der Polizei mit einer größeren Menge Cannabis erwischt wird. Sein Vater Carl dagegen nennt Jan „einen Verbrecher“ und hat Angst, sein Sohn könne auf die schiefe Bahn geraten. Vater und Sohn leben anscheinend auf zwei verschiedenen Planeten. Das Stück erzählt von der vorsichtigen Annäherung zwischen den beiden – vermittelt durch die Drogenberaterin Alex. „Big Deal?“ ist eine intelligente und intensive Auseinandersetzung mit dem Thema Pubertät und Identität, ein Stück über Drogensucht, Sehnsucht und das schwierige Experiment Familie.

Arabboy – das kurze Leben des Rashid A. | Heimathafen Neukölln| ab 14 Jahre

Foto: Heimathafen Neukölln
Foto: Heimathafen Neukölln

Rashid A. ist in Neukölln geboren und aufgewachsen. Er ist Arabboy, so nennt er sich in den Chatrooms, in denen er selbst gedrehte Gewaltvideos verbreitet. Rashids Welt wird bestimmt vom Gesetz der Straße und in dieser Welt schwingt er sich auf zum Kiezkönig des Rollbergviertels. Er verliert sich in einem Rausch von Drogen, Macht und Gewalt, bis er schließlich strauchelt und von der Polizei gefasst wird. Im Gefängnis wartet er auf seine Abschiebung aus Deutschland - dem verhassten Land, das dennoch seine Heimat ist.

Stadt der Hunde | Neuköllner Oper | ab 14 Jahre

Foto: Neuköllner Oper 
Foto: Neuköllner Oper

Eine Hundeoper - nicht nur für Jugendliche von Sinem Altan (Musik) und Tina Müller (Text). Nero und Dilara treffen aufeinander in einer kalten Winternacht. Die eine ausgesetzt, der andere auf dem Absprung. Der eine Pitbull-Dobermann, die andere Mops, nicht gerade eine Schönheitskönigin. Statt sich aber gegenseitig beizustehen, bekläffen sie sich übelst. Ein Miteinander ist kaum möglich, und dann kommt auch noch Schäfer dazu, ein Polizeihund-Typ.

Trotzdem haben alle drei was gemeinsam: Sie erhalten keine Anerkennung. Die drei gehen aufeinander zu, und sie haben eine Vision: ein Rudel sein. Ein Stadthunderudel! 

Bettina bummelt | Koproduktion von THEATER AN DER PARKAUE und TWO FISH mit dem tanzhaus nrw | ab 5 Jahre

Foto: THEATER AN DER PARKAUE 
Foto: THEATER AN DER PARKAUE

Das Schaufenster eines Spielzeugladens, eine Katze im Gras auf einer Blumenwiese – so viel Interessantes gibt es auf Bettinas Weg von der Schule nach Hause zu sehen! Bettina vergisst dabei, dass die Mutter zu Hause wartet. Jetzt ist ihr Essen nur noch lauwarm und den Rest vom Tag bekommen die Hausaufgaben. Eines Tages geht die Mutter aus. Bettina macht das Abendessen und wartet und wartet. Der Zeiger der Uhr bewegt sich kaum vorwärts.Wie langsam kann man bummeln und wie bewegt sich jemand, der ungeduldig wartet? BETTINA BUMMELT ist eine Geschichte über die eigene Geschwindigkeit und die, die wir mit anderen teilen.

Das Rotkäppchen | Theater auf der Zitadelle | ab 5 Jahre

Foto: Klaus Zinnecker
Foto: Klaus Zinnecker

Daniel Wagner spielt den Jäger, der diese unglaubliche Geschichte von einem Mädchen mit einer roten Kappe erzählt. Das Rotkäppchen geht mit Kuchen und Wein zu der kranken Großmutter. Die lebt aber mitten im Wald. Wenn das Rotkäppchen immer schön auf dem Weg bleibt, kann gar nichts passieren. Aber tut sie auch, was die Mutter gesagt hat? Nun, wir alle wissen wie das Märchen weitergeht, aber haben wir es so schon gesehen? Und der Wurzelzwerg spielt mit

underdogs.de | Vaganten Bühne Berlin | ab 14 Jahre

Foto: Vagantenbühne 
Foto: Vagantenbühne

Frau Babel ist attraktiv. Sie ist intelligent. Sie hat studiert. Sie zeigt Engagement und Nerven. Eigentlich macht sie ihren Job gut. Man nennt sie Nutte und Schlampe, dabei ist sie Lehrerin. Sie steckt mitten im Ehekrach und der Lack an ihrem Auto wird regelmäßig zerkratzt. Sie sagt: „Eigentlich ziehen wir jeden Tag in den Krieg.“ Sie will damit nichts von dem rechtfertigen, was hinter ihr liegt. Sie versucht nur, die passenden Worte zu finden. Wie viele ihrer Kollegen, sofern sie noch Energie und Hoffnung besitzen, versucht sie die Versäumnisse und Aussetzer der Politik aufzufangen. Doch guter Wille und Engagement von Seiten der Lehrer scheinen nicht mehr auszureichen, um die Schüler in Schach zu halten. Als ihr eines Tages plötzlich die Waffe eines Schülers in die Hände fällt, eröffnen sich ihr radikal neue Unterrichtsmöglichkeiten.

Die Pressetexte sowie Bildmaterial zur den IKARUS-Festwochen und den Preisverleihungen finden Sie in unserem Pressebereich

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